Es war einmal...
Die eiligen Besucher aus dem nahen Berlin nennen den Märker „stur“, aber der Verdacht liegt nahe, daß in dieser Charakterisierung ein Stück Bewunderung für die aufrechte, unbeirrbare und traditionsverbundene Lebensart der bodenständigen Bevölkerung mitklingt.
Klügere wissen darüber hinaus, daß die Mark den Dichtern Theodor Fontane und Richard Dehmel sowie dem flugbegeisterten Otto Lilienthal Heimat war und Kurt Tucholsky hier oft Ruhe und Erholung suchte, wovon das zauberhafte Buch „Rheinsberg“ Zeugnis ablegt.
Aber so, wie jede Landschaft den Bewohnern ihr eigenes Gepräge gibt, ist in den Legenden und Sagen einer Region vieles versteckt, was vom Denken, Handeln und Hoffen der Menschen Auskunft gibt.
Auch das inzwischen Neustadt eingemeindete Dörfchen Kampehl hat eine solche Legende, mehr noch, man kann den „leibhaftigen“ Hintergrund dieser Sage noch heute bewundern.
Es ist die Sage vom Meineid des Ritter Kalebuz zu Kampehl.
An der Seite des Prinzen von Hessen-Homburg hat es Cornet Kalebuz zu Siegesruhm gebracht. Kanonenkugeln im Sarg sind Zeugnisse der Schlacht bei Fehrbelin. Er heiratete eine Frau aus dem alteingesessenen märkischen Adelsgeschlecht von Rohr und hatte mit ihr elf Kinder.
Nun geschah es, daß eine Magd seines Gutes, Maria Leppin, deren Hochzeit mit dem Schäfer des Nachbardorfes bevorstand, ihm das Recht der ersten Nacht verweigerte.